Das Ikigai-Modell ist ein Kreismodell mit vier gleichwertigen Kreisen. Die Schnittmenge aller vier Kreise ist dein Ikigai, der Sinn oder der Wert deines Lebens.

Jeder Kreis steht für einen wichtigen Aspekt deines privaten und beruflichen Lebens:

  • Deine Talente und Fähigkeiten,
  • deine Herzensthemen und Werte,
  • die Bedürfnisse deiner Umwelt und
  • das, was dein Einkommen erschafft.

Die Zahl Vier steht für Ganzheit, Ordnung und Zusammengehörigkeit. So wie ein Tisch vier Beine hat, um gerade zu stehen, sind die vier Felder deines Ikigai die Basis für ein Leben in Harmonie. In der Numerologie bedeutet die Vier aber auch Leben, Mut, Öffentlichkeit und Teilen: Du kommst aus dir heraus, zeigst dich, teilst deine Begabungen und deine Begeisterung mit anderen und bringst sie in die Welt. Zwei Aspekte – deine Talente und Herzensthemen – stehen für deine innere Welt, die anderen beiden repräsentieren die äußere Welt. Beides muss in deinem Leben ausreichend berücksichtigt sein. Mehr noch: Es sollte eine Einheit sein.

Die meisten Menschen, die ich kenne, trennen zwischen ihrem beruflichen und ihrem privaten Leben. Es gibt keine Verbindung zwischen diesen beiden Welten und auch keine gemeinsame Vision. Der Begriff Work-Life-Balance bringt es auf den Punkt: Leben und Arbeiten sind zwei völlig getrennte Dinge, die irgendwie miteinander in Einklang gebracht werden sollen. Das verursacht Stress, da du dir immer wieder die Frage stellen musst, was denn im Moment gerade wichtiger für dich ist. Wer nur arbeitet, ohne eine innere Erfüllung dabei zu spüren, landet irgendwann im Burnout. Wer nur arbeitet, um seine Existenz zu sichern, lebt ein Leben im „Zum-Glück-ist-bald-Wochenende-Modus“. Und selbst wer es schafft, beide Bereiche absolut gleichrangig zu behandeln, hat nur zwei halbe Lebenswelten, die nicht miteinander verbunden sind. Das liegt daran, dass die meisten Menschen in ihrem Leben weder eine persönliche noch eine berufliche Vision entwickelt haben – und falls sie doch eine haben, besteht keine Verbindung zwischen den beiden.

Der Wert deines Ikigai liegt darin, dass es beide Visionen zusammenbringt. Erst wenn das passiert, kommt dein Leben in Fluss. Du weißt, warum du auf der Welt bist. Du tust, was deine Bestimmung ist.  Du hast einen guten Grund, morgens aufzustehen. Und weil es genau deine Aufgabe ist, wirst du auch genau das ausstrahlen und in die Welt bringen – die Wertschätzung dafür wird in Form eines Einkommens zu dir zurückkommen. Du bist mit dir selbst und dem Universum in Harmonie.

Die meisten Menschen, die ich kenne oder bisher begleitet habe, haben maximal drei Ikigai-Aspekte in ihr Leben integriert. Sobald jedoch nur ein Kreis nicht geschlossen ist, ist die Balance gestört. Du merkst es daran, dass immer wieder negative Gefühle auftauchen: Vielleicht siehst du keinen Sinn in dem, was du tust. Oder du hast das Gefühl, nichts bewirken zu können, spürst, dass es da eigentlich noch etwas ganz anderes geben könnte – wenn, ja wenn da nicht dieser Druck wäre, irgendwie die Existenz sichern zu müssen. Ich kenne aber auch viele Menschen, die schon genau wissen, was sie wirklich tun möchten, und dennoch finanziell angespannt sind. Ihnen fehlt zur Umsetzung ein ausreichendes Einkommen.

Erkenne, wo du stehst

Wo stehst du aktuell? Wie viele Aspekte hast du bereits in dein Leben integriert? Wenn du bereits alle Lebenskreise geschlossen hast, herzlichen Glückwunsch! Falls nicht, kann dir das Ikigai-Prinzip eine Orientierung geben. Kannst du deine Talente nicht ausreichend beruflich einsetzen, fehlt dir die Liebe für das, was du tust? Siehst du keinen Sinn in dem Produkt oder der Dienstleistung, die du anbietest? Oder liebst du, was du tust, kannst aber davon (noch) nicht leben?

Die folgende Grafik gibt dir vielleicht einen Hinweis darauf, wo du genauer hinschauen solltest.

Wie findest du dein Ikigai?

Im Grunde musst du dir nur ehrlich die Frage stellen, was gerade in deinem Leben nicht gut läuft. Was du ändern müsstest, was du loslassen solltest, wovon du mehr bräuchtest. Eigentlich weißt du es, d.h. deine Seele weiß es. Dass es so oft mit der Umsetzung hapert, liegt an unserem Verstand, der uns dabei häufig einen Strich durch die Rechnung macht. Im Alltag nutzen wir unseren Verstand nämlich sehr viel häufiger als unsere Intuition. Diese ist der bessere Kompass! Der rationale Verstand denkt kausal-analytisch, er kann Situationen nur aus der Vergangenheit heraus beurteilen. Daher weiß er immer genau, was schiefgehen könnte. Der Verstand redet uns gerne ein, was alles nicht funktionieren wird. Und dass das alles nicht so einfach ist.

Auch Verlustängste spielen eine Rolle: Wir haben Angst, etwas vermeintlich Sicheres aufzugeben und halten daher an Status und Besitz fest, auch wenn uns unser Leben schon lange nicht mehr guttut. Viele Menschen blockieren sich dadurch jahrelang und entfernen sich dadurch immer mehr von sich selbst – selbst dann noch, wenn der Hilferuf der Seele sich schon längst in Form von Krankheiten und Beschwerden im Körper manifestiert hat. Manchmal sind es auch alte Glaubenssätze, Muster und Blockaden, die noch irgendwie in unserem Unterbewusstsein „festhängen“ und uns daran hindern, weiterzugehen. In unseren Coachings und Seminaren erfährst du, wie du diese erkennen und auflösen kannst.

Wenn du dein Ikigai finden willst, ist Selbstakzeptanz ist der Schlüssel! Beim Ikigai geht es nicht darum, dich selbst zu optimieren, also eine bessere Version deiner selbst zu werden. Es geht darum, das zu sein, was du schon bist! Dazu musst du nur ein paar alte Dinge loslassen, du du nicht mehr brauchst… und vertrauen. Das Leben führt dich. Wenn du dich auf den Weg zu deiner wahren Aufgabe machst, werden sich Türen öffnen, von denen du noch nicht einmal wusstest, dass es sie überhaupt gibt!